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Was fühle ich überhaupt? Oder: Was ist Alexithymie?



Alexithymie ist ein psychologischer Begriff, der sich auf die Unfähigkeit bezieht, Emotionen zu identifizieren und zu benennen. Menschen mit Alexithymie haben Schwierigkeiten, ihre eigenen Emotionen zu erkennen und zu beschreiben, sowie die Emotionen anderer Menschen zu verstehen.

Einige Leute denken, dass Alexithymie einfach eine andere Form von emotionaler Stumpfheit oder Gleichgültigkeit ist. Aber das stimmt nicht wirklich. Es gibt viele Gründe, warum jemand Schwierigkeiten haben kann, Emotionen zu erkennen und auszudrücken. Hier sind einige Gründe, warum Menschen Alexithymie entwickeln können:


Frühe Traumata oder schwierige Lebensbedingungen: Wenn jemand in seiner Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht hat oder in einer sehr stressigen Umgebung aufgewachsen ist, kann dies dazu führen, dass er seine eigenen Emotionen nicht ausdrücken oder verstehen kann.


Neurologische Unterschiede: Einige Forscher glauben, dass es neurologische Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Alexithymie gibt. Zum Beispiel könnten Menschen mit Alexithymie weniger Verbindungen zwischen verschiedenen Gehirnregionen haben, die für die Verarbeitung von Emotionen wichtig sind.


Persönlichkeitsmerkmale: Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen wie Schüchternheit oder Introvertiertheit neigen dazu, Schwierigkeiten zu haben, ihre eigenen Emotionen auszudrücken oder die Emotionen anderer Menschen zu verstehen.

Wenn du denkst, dass du Alexithymie haben könntest, gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst, um deine Fähigkeit zur Emotionserkennung zu verbessern:


  1. Achte auf körperliche Empfindungen: Manchmal können körperliche Empfindungen wie Herzklopfen, Schwitzen oder Bauchschmerzen auf eine bestimmte Emotion hinweisen. Wenn du also das nächste Mal etwas Unbehagen spürst, versuche zu erkennen, welche Emotion dahinter stecken könnte.

  2. Schreib deine Gefühle auf: Schreib auf, was du fühlst, auch wenn es nur ein paar Worte sind. Wenn du dir selbst erlaubst, deine Emotionen aufzuschreiben, kannst du sie besser erkennen und verstehen.

  3. Übe Empathie: Versuche, dich in die Lage anderer Menschen zu versetzen und ihre Emotionen zu verstehen. Wenn du lernst, Emotionen bei anderen zu erkennen, kannst du auch besser deine eigenen Emotionen erkennen.

  4. Hol dir Hilfe: Es gibt viele professionelle Therapeut*innen und Berater*innen die sich auf die Behandlung von Alexithymie spezialisiert haben. Sie können dir helfen, deine Emotionen besser zu erkennen und zu verstehen.

Insgesamt kann Alexithymie eine Herausforderung sein, aber es ist wichtig zu erkennen, dass es viele Gründe dafür geben kann und es möglich ist, daran zu arbeiten. Mit ein wenig Übung und Unterstützung kannst du lernen, deine Emotionen besser zu erkennen und auszudrücken, was zu einem erfüllteren und gesünderen Leben führen kann.

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