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Sharing Circles

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Räume für authentisches Miteinander


In einer Welt, die oft von Lärm und Oberflächlichkeit geprägt ist, bieten Sharing Circles einen Raum für echtes Zuhören, ehrliches Teilen und tiefe Verbindung. Diese besonderen Kreise schaffen eine Atmosphäre, in der Menschen sich nicht nur austauschen, sondern auch wirklich verstehen und fühlen können. Sie sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen, um sich auf Augenhöhe zu begegnen und gemeinsam zu wachsen. In diesen Räumen wird das individuelle Erleben zu einem kollektiven Prozess, der das Bewusstsein für die eigenen Gefühle und die der anderen schärft und somit das Gemeinschaftsgefühl stärkt.


Was ist ein Sharing Circle?


Ein Sharing Circle ist eine strukturierte Form des Austauschs, bei der alle Teilnehmenden in einem Kreis sitzen und nacheinander sprechen. Diese Form des Sitzens ist nicht nur symbolisch, sondern auch praktisch, da sie Gleichheit und Offenheit fördert. Nur die Person mit dem sogenannten "Talking Piece" spricht, während die anderen aufmerksam zuhören. Diese Praxis fördert Achtsamkeit, Respekt und Gleichwertigkeit innerhalb der Gruppe. Jeder hat die Möglichkeit, seine Gedanken und Gefühle zu äussern, ohne Angst vor Urteilen oder Unterbrechungen zu haben, was die Authentizität und Tiefe der Gespräche erheblich steigert.


Ursprung und Bedeutung


Sharing Circles haben ihre Wurzeln in indigenen Traditionen Nordamerikas, wo sie als Mittel zur Konfliktlösung, Entscheidungsfindung und Gemeinschaftspflege dienten. Diese Traditionen sind tief in der Kultur verwurzelt und spiegeln die Werte von Gemeinschaft und Harmonie wider. Heute werden sie weltweit in verschiedenen Kontexten genutzt, von Therapiegruppen über Bildungseinrichtungen bis hin zu spirituellen Zusammenkünften. In diesen modernen Anwendungen wird die ursprüngliche Absicht, Menschen zusammenzubringen und eine tiefere Verbindung zu ermöglichen, weiterhin geschätzt und bewahrt. Sharing Circles sind somit nicht nur ein Werkzeug für den Austausch, sondern auch ein kraftvolles Mittel zur Förderung von Empathie und Verständnis in einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft.


Warum Sharing Circles?


  • Authentizität fördern: Sie schaffen einen sicheren Raum, in dem Menschen ihre Gedanken und Gefühle offen teilen können. Diese Authentizität ist entscheidend für die Bildung von vertrauensvollen Beziehungen innerhalb der Gruppe.

  • Gemeinschaft stärken: Durch das gemeinsame Erleben entsteht ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Vertrauen. Die Teilnehmenden erkennen, dass sie nicht allein sind in ihren Erfahrungen, was das Gefühl der Isolation verringert und die Verbundenheit fördert.

  • Selbstreflexion anregen: Das Zuhören der Geschichten anderer kann eigene Perspektiven erweitern und zur persönlichen Entwicklung beitragen. Indem man die Erfahrungen anderer Menschen hört, kann man neue Einsichten gewinnen und die eigene Sichtweise hinterfragen.


Grundprinzipien eines Sharing Circles


  1. Gleichwertigkeit: Jede Stimme zählt gleich viel, unabhängig von sozialen, kulturellen oder wirtschaftlichen Hintergründen. Diese Gleichheit ist fundamental für den Erfolg des Kreises.

  2. Respektvolles Zuhören: Während eine Person spricht, hören die anderen ohne Unterbrechung zu. Dieses respektvolle Zuhören fördert ein tiefes Verständnis und zeigt Wertschätzung für die Beiträge jedes Einzelnen.

  3. Freiwilligkeit: Niemand ist verpflichtet zu sprechen; das Teilen erfolgt nach eigenem Ermessen. Diese Freiheit ermöglicht es den Teilnehmenden, sich in ihrem eigenen Tempo und nach ihrem eigenen Bedürfnis zu öffnen.

  4. Vertraulichkeit: Was im Kreis geteilt wird, bleibt im Kreis. Diese Vertraulichkeit ist entscheidend, um ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen zu schaffen, sodass die Teilnehmenden sich ohne Angst vor Konsequenzen äußern können.

  5. Struktur: Eine Moderatorin leitet den Kreis, erklärt die Regeln und sorgt für einen respektvollen Ablauf. Der Moderator spielt eine entscheidende Rolle, indem er die Dynamik der Gruppe beobachtet und sicherstellt, dass die Prinzipien des Kreises eingehalten werden.


Ablauf eines Sharing Circles


  1. Eröffnung: Begrüssung der Teilnehmenden, Erklärung der Regeln und Einführung in das Thema, falls es ein bestimmtes gibt. Diese Eröffnung schafft eine einladende Atmosphäre und bereitet die Teilnehmenden auf die bevorstehenden Gespräche vor.

  2. Sharing-Runde: Das "Talking Piece" wird im Kreis weitergegeben; wer es hält, spricht, die anderen hören zu. Diese Runde kann je nach Grösse der Gruppe und Tiefe der Themen variieren und bietet jedem die Möglichkeit, sich zu äussern.

  3. Abschluss: Zusammenfassung, Dank an die Teilnehmenden und ggf. eine kurze Reflexion oder Meditation. Der Abschluss ist wichtig, um die Gespräche zu würdigen und den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, das Gehörte zu verarbeiten.


Anwendungsmöglichkeiten


  • Therapie und Coaching: Zur Förderung von Selbstreflexion und emotionaler Verarbeitung. Sharing Circles können in therapeutischen Settings eingesetzt werden, um Klient:innen zu helfen, ihre Gefühle und Erfahrungen zu teilen und zu verarbeiten.


  • Bildung: Als Methode zur Förderung von Empathie und sozialem Lernen. In Schulen und Bildungseinrichtungen können Sharing Circles genutzt werden, um ein besseres Verständnis für unterschiedliche Perspektiven zu entwickeln und die sozialen Fähigkeiten der Schüler zu stärken.


  • Gemeinschaftsarbeit: Zur Stärkung des Zusammenhalts und der kollektiven Entscheidungsfindung. Gemeinschaftsorganisationen können Sharing Circles nutzen, um die Stimmen aller Mitglieder zu hören und inklusivere Entscheidungen zu treffen.


  • Spirituelle Praxis: Als Ritual zur Verbindung mit sich selbst und anderen. In spirituellen Kontexten können Sharing Circles dazu beitragen, eine tiefere Verbindung zu sich selbst und zur Gemeinschaft herzustellen.





Auch wir führen einmal im Monat einen Sharing Circle durch und ich bin auch dabei! Ich biete mich als Talking Piece an, so bin ich ein ganz integraler Teil davon.


Möchtest du dabei sein oder mich einfach mal halten?






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